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Reykjavik: The Coocoo’s Nest

By closing the door behind me I’m entering another world. A world wrapped in Warpaint music. I’ve never heard a Warpaint song in a café before. The slightly melancholic tones suit my inner conception of Iceland, correspond to its winter-melancholy, to the Northern Lights and to the vast of its ice landscape. But right now it’s summer and the street in front of the Coocoo’s Nest is full of people eating ice cream. There is an ice cream shop next doors where you have to draw a number to get your desired scoops of ice cream. Icelanders are addicted to ice cream! Even in cold winter days. At least this is what Ragi, a 59-years old Icelander told me.

But back to Coocoo’s Nest and its peaceful atmosphere: The nest is made of wood – geometrically arranged wood laths, stained white, face the bar – some painted in pastel shades. The white stained wood reminds me of driftwood. To the left of the bar is a large wooden table with white chairs and fresh flowers. A family settles arround it – the kids all blond and lighthearted.

I take a seat at a small table at the edge of the room and order the soup of the day. The ginger-hot and pepper-juicy taste in combination with the crunchy bread makes me happy. Sometimes it’s amazing how simple things can make you happy! 🙂 Another great thing about Iceland: the water. Everywhere you get a huge bottle of crystal clear, gently tasting spring water – for free. And then, of course, there are the Icelandic hot springs whose sulfurous water is not just used for taking a shower and heating rooms but also to heat the streets and sidewalks in winter to prevent frost – what a luxury! But there is one thing that no travel guide mentioned about the hot water – that it smells like rotten eggs (because of the sulphur). You really have to get used to that smell while showering 😉

Meanwhile at the Coocoo’s Nest: I’m sitting at the table enjoying my soup when two women are entering the stage, seating themself right next to me. Something changes immediately. The light atmosphere within the nest becomes heavy. The nest starts to sink. The waitress suddenly seems insecure. The two women order a lot of food and drinks that fill the whole table. While eating they are busy reading – no conversation at all. An oppressive silence. Why is it so easy to find various topics to talk about with some persons and with others it’s more like being stuck in desert sand? My dish is empty, I’m leaving. But not without giving you some visual and acoustic impressions of the Coocoo’s Nest to take along:

Ich öffne die Tür und betrete eine andere Welt. Im Coocoo’s Nest umgibt mich eine angenehme Ruhe. Es läuft ein Song von Warpaint. Noch nie zuvor habe ich einen Song von Warpaint in einem Café gehört. Aber die leicht melancholischen und doch irgendwie verzaubernden Klänge passen zu Island. Passen zu seiner Winter-Melancholie, zu den Nordlichtern, zur unendlich weiten Eislandschaft. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Gerade ist Sommer. Und gleich neben dem Kuckucks Nest liegt eine Eisdiele, die ihre Türen weit geöffnet hat. Menschenmassen quellen heraus, man muss eine Nummer ziehen, um ein Eis zu bekommen. Die Isländer lieben Eis! Da bekommt das Englische Wort Iceland eine ganz neue Bedeutung 😉 Selbst im kältesten Winter essen sie einen Haufen Eis, erzählte mir Ragi, ein 59-jähriger Isländer. (Fotos der Eisdiele oben)

Aber zurück zur Ruhe im Nest. Das Nest ist aus Holz – bunte, geometrisch angeordnete Holzlatten, weiß gebeizt, manche in leichten Pastelltönen gestrichen, verkleiden Theke und Küche. Das weiß gebeizte Holz erinnert an Treibholz, wirkt leicht und heimelig. Zur linken der Theke ein langer Holztisch mit weißen Stühlen und frischen Blumen darauf. Hier lässt sich eine Familie nieder. Die Kinder alle blond und unbeschwert.

Ich setze mich an einen kleinen quadtratischen Tisch am Rande des Raumes. Von hier aus kann ich alles gut überblicken. Die Kellnerin kommt zu mir, ich bestelle eine Suppe mit Brot. Die Suppe schmeckt ingwer-scharf und paprika-saftig, das Brot knusprig – ich bin glücklich. Was auch toll ist in Island: das Wasser. Überall bekommt man einfach so eine große Flasche glasklares, samtig-weich schmeckendes Quellwasser dazu. Umsonst. Und dann gibt es natürlich noch eine Menge heißer, schwefelhaltiger Quellen in Island, deren Wasser nicht nur zum Duschen und Heizen genutzt wird, nein die Isländer erlauben sich doch tatsächlich auch den Luxus, im Winter die Straßen und Gehwege mit dem heißen Wasser zu beheizen, damit sich darauf kein Eis bilden kann. Was allerdings in keinem meiner Reiseführer erwähnt wurde: Das heiße Wasser, das morgens aus der Dusche kommt, riecht nach Schwefel. Mit anderen Worten: nach faulen Eiern. Das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. 😉

Während ich so am Tisch sitze und meine Suppe löffle, kommen plötzlich zwei Frauen herein und setzen sich neben mich. Etwas verändert sich schlagartig. Die zuvor noch unbekümmerte, leichte Stimmung im hölzernen Nest bekommt etwas Schweres. Die Frauen tragen eine Last hinein und das Nest beginnt zu sinken. Die Kellnerin ist verunsichert aber höflich. Die beiden Frauen bestellen eine Menge Essen und Trinken, dass den ganzen Tisch ausfüllt. Als ich das nächste Mal hinüber schaue, sind beide in ihre Bücher vertieft. Man hat sich nichts zu sagen. Irgendwie wirken sie traurig. Trotzig. Woran liegt es nur, dass man mit manchen Menschen unablässig neue Gesprächsthemen findet? Alles fließt. Mit anderen ist es eher ein Feststecken im Wüstensand. Mein Teller ist leer, ich breche auf. Jedoch nicht, ohne euch noch ein paar visuelle und akustische Häppchen mit auf den Weg zu geben (siehe oben).

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